PAPIERLAUF

Die Herausforderung
Papier:

Der Anleger ist ein sehr emp-
findliches Teil der Druck-
maschine, muss er doch die
vielen Eigenschaften des
"lebenden" Mediums Papier
berücksichtigen. Papier klebt
zusammen, wegen statischer
Aufladung oder wegen seiner
Oberflächenbeschaffenheit.
Gestrichenes Papier verhält
sich anders als einfaches
Offsetpapier. Grammatur und
Papierqualität spielen eben-
falls eine Rolle, neben Luft-
feuchtigkeit und der na-
türlichen Faserlaufrichtung.

Durch eine allzu unsanfte Behandlung kann das trockene Papier reissen, während Flexibilität bei Feuchte Verformungen hervorruft. Beschleunigung und abruptes Abbremsen können zum Knautschen führen, und die Kanten vertragen keine Stösse. Wie Sie sehen: Das Papier ist quasi ein zarter, lebender Organismus innerhalb der stählernen Maschine.
Trennung von Stapel uind Bogen.
Die erste Aufgabe des Anlegers besteht also darin, die Bogen zu trennen. Die geschieht mit Blasluft: Der Stapel wird seitlich belüftet, um die obersten Bogen aufzulockern. Danach wrden die Sauger nach unten gebracht, um das Papier anzuheben und nach vorne zu transportieren. Hierdurch wird es an einen Saugbändertisch übergeben. Der Bogen kommt dann an den Vordermarken an, wird seitlich zurechtgezogen, um den Passer zu gewährleisten, ausgerichtet und in die Maschine geführt. Schwinggreifer erfassen den Bogen und geben ihn an den Druckzylinder weiter. Die Sensoren der Anlagekontrolle erkennen Doppel- Schief- oder Fehlbogen und halten die Maschine sofort an.
Der Vorderkanten-Anleger
Konventionelle Druckmaschinen benutzen Schuppenanleger, die das Papier an der Hinterkannte anheben. Einige Kleinformatmaschinen haben jedoch Anleger, die den Bogen an der Vorderkannte anheben
So viel zu Tun, so wenig Zeit...
Der kritische Faktor der zugunsten des Schuppenanlegers spricht ist die Zeit. Bei Vorderkannten-Trennung muss der Bogen vollständig vom Anlegetisch wegtransportiert werden bevor ein zweiter Bogen angehoben und in Stellung gebracht werden kann. Dadurch geht kostbare Zeit verloren. Die Besonderheit der 74 Karat - wobei jeder Bogen zwei Umdrehungen durchmacht, um alle vier Farben zu erhalten, und nur jeder zweite Greifer einen Bogen nimmt - gewinnt mehr Zeit als sonst, sie reicht jedoch immer noch nicht für einen zuverlässigen Papierlauf aus. Eine Leistung von 10.000 Bogen pro Stunde entspricht in etwa drei Bogen pro Sekunde. Da bleibt nur wenig Zeit für das Anheben und dn Transport. Bei einem Schuppenanleger dagegen hat man genügend Zeit, die nächste Bogentrennung vorzubereiten.

Die Schuppenanleger-Lösung
Durch den Schuppenanleger wuchs die Karat um 65 cm in die Länge. Gleichzeitig löst man aber ein mechanisches Problem, das für das Hauptkonzept der Maschine eher nebensächlich ist. Da das Papier nicht mehr in so umittelbarer Nähe des Maschinenkörpers ligt, ist die Automatisierung etwas schwieriger,und die Formatänderungen bedürfen manueller Eingriffe. Der Schuppenanleger verarbeitet problemlos Papierformate von A4 bis 520 x 740 mm, sowie Stärken von 60 bis 350 g/m2, bei einer Vielzahl von Beschaffenheiten und anderen Eigenschaften.


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